Selten war der Kontrast zwischen Frankfurt und der Wall Street so ausgeprägt wie in dieser Woche: Während der DAX von einem Rekord zum nächsten eilte und die stärkste Handelswoche seit über einem Jahr verbuchte, kämpften die US-Technologiebörsen weiter mit der Schwäche im KI- und Halbleitersektor. Ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht weckte neue Zinssenkungsfantasien – wurde von beiden Seiten des Atlantiks aber höchst unterschiedlich verarbeitet.
Markt-Update
Der DAX war der klare Gewinner der Woche. Am Freitag markierte er bei knapp 25.827 Punkten ein neues Rekordhoch und schloss mit einem Plus von 0,78 % bei 25.779,31 Zählern – bereits am Donnerstag hatte er nach sechsmonatiger Durststrecke erstmals wieder eine Bestmarke erreicht. Auf Wochensicht steht ein Plus von rund 4,5 % zu Buche, die stärkste Wochenbilanz seit April 2025. Als Treiber gelten die Aussicht auf eine weniger restriktive US-Geldpolitik, das in Berlin geplante Reformpaket sowie die deutlich gefallenen Ölpreise. Angeführt wurde der Index von zinssensiblen Versorgern – E.on sprang um 4,4 % –, während SAP (-1,5 %) und Rheinmetall (-2 %, nach dem Verlust eines Marine-Großauftrags) bremsten.
An der Wall Street verlief die durch den Independence Day auf vier Tage verkürzte Woche uneinheitlich. Der Dow Jones profitierte von der Rotation in defensive und zyklische Werte und markierte am Donnerstag bei 52.900,07 Punkten ein neues Rekordhoch (+1,1 % auf Wochensicht). Der breite S&P 500 schloss nahezu unverändert, während der technologielastige Nasdaq 100 am Donnerstag um 1,6 % nachgab, belastet vom anhaltenden Chip-Ausverkauf. Der Halbleiterindex SOX hatte am Mittwoch 6,7 % verloren. Für Aufsehen sorgte Tesla mit einem Kurssturz von 7 %, obwohl der Konzern bei den Auslieferungszahlen die Erwartungen übertraf. In den US-Tec-TopX kommt es daher voraussichtlich bald zu ersten Umschichtungen nach der fulminanten Rallye.
Auslöser der neuen Zinsfantasien war der Juni-Arbeitsmarktbericht, der am Donnerstag für eine Überraschung sorgte: Statt der erwarteten rund 110.000 Stellen wurden nur 57.000 neue Jobs geschaffen, zudem wurden die Vormonate deutlich nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote sank allerdings leicht auf 4,2 %. Für die Märkte war die Botschaft klar: Ein sich abkühlender Arbeitsmarkt nimmt der hawkischen Fed unter Kevin Warsh den Wind aus den Segeln – die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli fiel von rund 29 auf etwa 18 %. Zusätzlich Rückenwind kam von der Ölfront: WTI rutschte auf rund 67 US-Dollar und damit unter das März-Tief, da der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weitgehend störungsfrei läuft.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer steht auf „rot“. Anleger sind nicht investiert.
- Die 16-Wochen-Strategie steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet nun auch auf „rot“.
Viel Erfolg beim Investieren!












