Die Sorgen um eine mögliche Überhitzung des KI-Sektors sind zurück – und mit ihnen die Volatilität. Vor allem die zuvor heißgelaufenen Chip- und KI-Werte mussten deutlich Federn lassen, während defensive Branchen und der Dow Jones sich vergleichsweise gut hielten. Das Investodoc-Trendbarometer reagierte bereits und meldet ein neues Verkaufssignal.
Markt-Update
Die Indizes liefen in dieser Woche merklich auseinander. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor auf Wochensicht rund 4,6 % und schloss am Freitag bei 25.297,62 Punkten – es war bereits die fünfte Verlustsitzung in Folge. Der S&P 500 gab rund 1,9 % auf 7.354,02 Punkte nach. Der Dow Jones trotzte dem Abwärtssog dagegen und legte um etwa 0,6 % auf 51.876,11 Punkte zu, gestützt von defensiven Werten – er notiert weiterhin nahe seinem Rekordhoch. Der DAX konnte sich der schwachen Stimmung nicht entziehen und verlor rund 1,3 % auf 24.671,20 Punkte. Der VIX stieg auf 18,4 Punkte und signalisiert damit wieder etwas mehr Nervosität.
Auslöser der Tech-Schwäche war eine Mischung aus Bewertungs- und Finanzierungssorgen rund um den KI-Boom. Ein Bericht der New York Times, wonach OpenAI seinen für dieses Jahr geplanten Börsengang womöglich auf 2027 verschiebt – unter anderem wegen der schwachen Kursentwicklung von SpaceX nach dem Debüt und der allgemeinen Volatilität bei KI-Aktien –, weckte Zweifel an der Nachhaltigkeit der gewaltigen Infrastrukturausgaben der Branche. Verstärkt wurde der Druck durch einen scharfen Ausverkauf an den asiatischen Börsen: In Südkorea wurde der Handel zeitweise per Circuit Breaker ausgesetzt, der Leitindex Kospi schloss fast 6 % im Minus.
Im Zentrum des Abverkaufs standen erneut die Halbleiterwerte. Besonders bemerkenswert: Micron hatte am Donnerstag noch starke Geschäftszahlen und einen optimistischen Ausblick vorgelegt und Anfang der Woche sogar ein Allzeithoch markiert, drehte am Freitag aber rund 7 % ins Minus – ein Zeichen dafür, dass hohe Erwartungen inzwischen eingepreist sind. Auch nach dem Kursrutsch ist Micron im US-Tec-Top5-Depot noch +850 % im Plus.
Auch Nvidia und Broadcom gaben nach. Gegenbewegung gab es bei den defensiven Sektoren: Healthcare-Werte legten kräftig zu, angeführt von Eli Lilly mit einem Plus von rund 7 % nach einer EU-Zulassung für eine Leukämie-Therapie; auch Microsoft, Salesforce und IBM gewannen jeweils über 5 %. Diese Rotation aus der Technologiebranche in defensivere Branchen war das prägende Muster der Woche.
Etwas Entlastung kam von der Inflationsfront und beim Öl: Der von der Fed bevorzugte PCE-Preisindex fiel am Freitag schwächer aus als erwartet, was die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen etwas dämpfte. Der Ölpreis gab erneut nach – Brent rutschte unter 74 US-Dollar –, da der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus trotz neuerlicher Spannungen weitgehend ungehindert weiterläuft. Präsident Trump warf dem Iran zwar vor, mit Drohnenangriffen auf Handelsschiffe gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben, doch die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen werden in der kommenden Woche fortgesetzt.
In der kommenden Woche bleiben die US-Börsen am Freitag wegen des Independence Day erneut geschlossen, die Handelswoche ist also erneut verkürzt. Im Mittelpunkt steht der US-Arbeitsmarktbericht, der angesichts der hawkischen Fed-Haltung besonders genau beobachtet werden dürfte. Ob sich die Tech-Schwäche zu einer ausgewachsenen Korrektur ausweitet oder nur eine gesunde Bereinigung der überhitzten KI-Bewertungen darstellt, bleibt die zentrale Frage.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer wechselt auf „rot“. Anleger verkaufen Aktien/ETFs.
- Die 16-Wochen-Strategie steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis steht auf „rot“. Anleger sind nicht investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet nun auch auf „rot“.
Viel Erfolg beim Investieren!













Hallo , der Gebert Indikator steht auf rot, liest man aber z.B die Zeitschrift. „euro am Sonntag“ , dann ist Herr Gebert häufig sehr positiv gestimmt. Passt nicht immer ….