Die Wall Street hat die zweite Verlustwoche in Folge hinter sich, während der DAX sich überraschend erholte. Das prägende Muster bleibt dasselbe wie in der Vorwoche: Selbst hervorragende Geschäftszahlen reichen derzeit nicht mehr aus – Intel legte das beste Umsatzwachstum seit fünfzehn Jahren vor und verlor am Freitag trotzdem fast acht Prozent.
Markt-Update
Der S&P 500 verlor auf Wochensicht rund 0,6 % auf 7.411,98 Punkte, der Nasdaq Composite gab 2,1 % auf 24.975,82 Zähler ab, der Dow Jones büßte rund 0,4 % auf 51.947,25 Punkte ein. Der DAX stemmte sich gegen den Trend: Nach einem schwachen Donnerstag legte er am Freitag um 1,36 % auf 25.099,00 Punkte zu und schloss die Woche mit einem Plus von 1,1 %. Treiber waren ein Kurssprung von über 6 % bei SAP nach starken Cloud-Zahlen und die zum Wochenschluss wieder sinkenden Ölpreise.
Der eigentliche Belastungsfaktor der Woche kam vom Ölmarkt. Nach der Blockade saudischer Ölexporte durch die Huthi-Rebellen – betroffen sind bis zu 7 % des globalen Angebots – und der 13. Nacht in Folge mit US-Angriffen auf iranische Ziele sprang Brent von rund 87 US-Dollar am Montag auf über 100 US-Dollar am Donnerstag. Am Freitag entspannte sich die Lage etwas, Brent fiel um knapp 4 % auf 96,78 US-Dollar, nachdem Berichten zufolge Pakistan auf chinesische Initiative hin einen neuen Anlauf für Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sondiert. Auf Wochensicht bleibt der Ölpreis dennoch deutlich höher – mit entsprechenden Inflationsrisiken.
Der Donnerstag war der schwarze Tag der Woche: Die sieben größten US-Technologiekonzerne verloren zusammen fast 800 Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Auslöser waren erneut Sorgen um die ausufernden KI-Investitionen. Alphabet etwa übertraf die Erwartungen deutlich, meldete aber zugleich neue Ausgabenzusagen in Milliardenhöhe – und die Aktie fiel dennoch kräftig.
Genau dieses Muster zeigte sich auch bei Intel, dem wichtigsten Termin der Woche für den Chipsektor. Der Konzern meldete am Donnerstagabend 16,1 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 25 % und damit das stärkste Wachstum seit fünfzehn Jahren. Der Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen um ein Vielfaches, das Auftragsfertigungsgeschäft wuchs um 31 %. Nachbörslich sprang die Aktie zunächst um bis zu 13 %. Am Freitag drehte sie dann ins Minus und schloss fast 8 % tiefer. Der Grund: Intel hob die geplanten Investitionen für 2026 auf über 20 Milliarden US-Dollar an und stellte für 2027 nochmals deutlich mehr in Aussicht. Bei einem Quartalsverlust von 11 Milliarden US-Dollar und einer Aktie, die im laufenden Jahr zeitweise über 270 % zugelegt hatte, war das den Anlegern zu viel Zukunftsversprechen.
Zudem kamen neue US-Zölle hinzu: Seit Freitag gelten Sätze von 10 bis 12,5 % gegenüber 60 Handelspartnern, darunter die EU. Da diese die nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs auslaufenden Zölle lediglich ersetzen, hielt sich die Marktreaktion in Grenzen. Energieprodukte wurden ausgenommen. Die EZB beließ am Donnerstag die Leitzinsen unverändert, eine Anhebung im September gilt aber als möglich, sobald neue Inflations- und Konjunkturprognosen vorliegen.
In der kommenden Woche stehen mit Apple, Microsoft, Meta und Amazon die verbleibenden Schwergewichte der Berichtssaison an. Nach den Reaktionen auf Alphabet und Intel dürfte weniger entscheidend sein, ob die Zahlen gut ausfallen – sondern wie viel zusätzliche KI-Investitionen die Konzerne ankündigen.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer steht auf „rot“. Anleger sind nicht investiert.
- Die 16-Wochen-Strategie steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis steht auf „grün“. Anleger halten ihr Bitcoin-Investment.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
Viel Erfolg beim Investieren!












