Der wichtigste US-Halbleiterindex ist seit dem Hoch 20% gesunken und damit im Bärenmarkt. Ist der KI-Aufschwung vorbei – oder ist das nur ein heftige Korrektur innerhalb eines intakten Bullenmarkts?
Kaufsignal bei der Bitcoin-Trendfolgestrategie
Unterdessen gibt es ein vorsichtiges Lebenszeichen vom Bitcoin: Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie meldet hier ein (kurzfristiges) Kaufsignal, auch wenn der Bitcoin im mittefristigen Bild noch klar im Abwärtstrend verhaftet bleibt.
Markt-Update
Alle großen Indizes beendeten die Woche im Minus. Der S&P 500 verlor rund 1,6 % auf 7.457,69 Punkte, der Nasdaq Composite gab 2,9 % auf 25.520,24 Zähler ab, der Dow Jones büßte rund 0,9 % auf 52.146,42 Punkte ein. Der DAX schloss bei 24.830,98 Punkten und verlor auf Wochensicht knapp 1 % – von seinem Rekordhoch bei 25.900 Punkten Anfang vergangener Woche ist er gut 4 % entfernt. Der VIX sprang am Freitag um über 12 % auf 18,77 Punkte.
Im Zentrum stand der Halbleitersektor. Der Philadelphia Semiconductor Index, der die 30 wichtigsten US-Chipwerte abbildet, verlor am Freitag zeitweise 5,7 % und liegt mehr als 20 % unter seinem Rekordhoch von Ende Juni – die Schwelle, ab der man von einem Bärenmarkt spricht. Auf Wochensicht steht ein Minus von rund 11 %, der schwächste Wochenverlauf seit April 2025. Marvell, ARM und Intel haben von ihren Höchstständen jeweils über 30 % verloren. Auch international war der Druck spürbar: Der südkoreanische Kospi ist ebenfalls im Bärenmarkt, der japanische Nikkei rutschte in eine Korrektur.
Auslöser am Freitag war das chinesische Startup Moonshot AI, das mit Kimi K3 ein neues KI-Modell vorstellte, das mit den führenden westlichen Systemen mithalten soll – und das offen zugänglich ist. Händler sprechen von einem neuen „DeepSeek-Moment“: Wenn leistungsfähige Modelle deutlich günstiger entwickelt werden können, steht die Rechtfertigung für die gewaltigen Investitionen der US-Techkonzerne in Rechenzentren infrage.
Ist das schon das Ende des Aufschwungs oder nur eine Korrektur? Die Faktenlage spricht eher für zweiteres. Der Halbleiterindex war zwischen März-Tief und Juni-Hoch um 105 % gestiegen – ein Rückgang von gut 20 % nach einer Verdopplung in drei Monaten ist zunächst völlig normal. Bezeichnend ist die Entkopplung von Kurs und Ergebnis: Samsung meldete Anfang Juli einen vorläufigen operativen Quartalsgewinn mit einem Plus von über 1800 % gegenüber Vorjahr – und die Aktie fiel dennoch deutlich. Die Bewertungsprämie ist inzwischen weitgehend abgetragen: Erstmals seit Ende April sind Chipwerte nicht mehr teurer bewertet als der breitere Nasdaq. Und die Speicherchips, die den aktuellen Boom tragen, sind über weite Teile von 2027 bereits ausverkauft.
Reale Fragezeichen bleiben aber: Meta baut eigene Rechenkapazität auf und dürfte damit langfristig weniger Chips zukaufen. Bei Intel verzögert sich die neueste Fertigungstechnologie, profitable Stückzahlen werden erst gegen Ende 2026 oder 2027 erwartet. Und beim koreanischen Speicherhersteller SK Hynix gab es Berichte über ein verlangsamtes Ausbautempo. Entscheidend bleibt die Frage, wie schnell KI-Anwendungen tatsächlich nennenswerte Umsätze bringen. Immerhin schloss der Sektor am Freitag deutlich über seinen Tagestiefs – es gab also Käufer.
Zweiter Belastungsfaktor blieb der Nahost-Konflikt: Das US-Zentralkommando griff die siebte Nacht in Folge iranische Ziele an, WTI kletterte am Freitag um 4,5 % auf rund 82 US-Dollar. In der kommenden Woche ist Intel am Donnerstag der wichtigste Termin für den Chipsektor. TSMC hatte am Mittwoch bereits über den Erwartungen liegende Zahlen vorgelegt, was den Kursverfall nicht aufhalten konnte.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer steht auf „rot“. Anleger sind nicht investiert.
- Die 16-Wochen-Strategie steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
Viel Erfolg beim Investieren!












