Das Investodoc-Trendbarometer wechselt wieder auf grün – nach rund sechs Wochen im roten Bereich. Der Gebert-Indikator dagegen bleibt unverändert rot. Der Widerspruch liegt in der unterschiedlichen Konstruktion begründet.
Das Trendbarometer ist ein trendfolgendes System: Es wertet die Kursbewegung selbst aus und dreht entsprechend schnell, wenn der Markt dreht. Der Gebert-Indikator arbeitet dagegen ausschließlich mit vier makroökonomischen Kriterien – Kursbewegungen spielen dabei überhaupt keine Rolle.
Natürlich können nicht beide zugleich recht haben. Die unterschiedliche Positionierung ist allerdings Symptom einer gewissen Unsicherheit bzw. sehr unterschiedlicher Markteinschätzungen. Anleger, die beiden Strategien zugleich folgen, sind neutral positioniert, was dieser Unsicherheit Rechnung trägt.
Markt-Update
Die Stimmung an den Märkten dreht derzeit in kurzen Phasen zwischen Euphorie und Angst: Am 17. Juli fielen die Halbleiterwerte in den Bärenmarkt, Ende Juli war die Stimmung von Zwangsverkäufen und Zinsangst geprägt. Drei Wochen später notieren S&P 500 und DAX auf Allzeithochs, der Volatilitätsindex VIX ist von über 20 auf 14,90 gefallen. Für trendfolgende Systeme ist das ein anspruchsvolles Umfeld – die Gefahr von Fehlsignalen steigt, wenn der Markt so schnell die Richtung wechselt. Gerade jetzt ist das Risiko hoch, dass man sich vom Bauchgefühl leiten lässt, und einzelnen Signalen doch nicht folgt – was sich im Nachhinein leicht als Fehler erweisen könnte.
Der S&P 500 schloss am Freitag bei 7.757,64 Punkten auf einem Allzeithoch und gewann auf Wochensicht 3,6 %. Der Nasdaq Composite legte 5,2 % auf 26.690,62 Zähler zu, der Dow Jones 3,0 % auf 54.036,93 Punkte. Der DAX beendete seine Rekordwoche mit einem Plus von 2,7 % bei 26.319,45 Punkten, im Freitagshandel markierte er bei 26.445 Zählern eine neue Bestmarke. Erfreulich war dabei die Marktbreite: Im S&P 500 legten 336 Werte zu und nur 167 gaben nach, die Rally beschränkte sich also nicht mehr nur auf eine Handvoll Schwergewichte.
Ausgelöst wurde der Schlussspurt ausgerechnet von einem schlechten US-Arbeitsmarktbericht. Statt der erwarteten 80.000 neuen Stellen verlor die US-Wirtschaft im Juli 23.000 Arbeitsplätze, auch die Löhne gingen zurück. Dass die Arbeitslosenquote dennoch auf 4,1 % sank, hat einen unschönen Grund: Immer mehr Menschen verlassen den Arbeitsmarkt ganz, die Erwerbsquote fiel auf 61,4 %. Für die Börse zählte aber nur eines – die Zinserhöhung ist vom Tisch. Vor dem Bericht lag die Wahrscheinlichkeit für einen Schritt im September noch bei über 57 %, danach preiste der Markt sie praktisch aus. Die Anleiherenditen fielen, der Dollar gab nach, der Euro stieg auf ein Siebenwochenhoch von 1,156 Dollar.
Bei den Halbleitern setzte sich die Erholung fort, der Branchen-ETF SOXX beendete die Woche über 7 % im Plus. Bemerkenswert war dabei AMD: Der Konzern meldete am Dienstagabend einen Rekordumsatz von 11,5 Milliarden Dollar und ein um 107 % gewachsenes Rechenzentrumsgeschäft – die Aktie fiel nachbörslich trotzdem um rund 9 %, weil die Bruttomarge im Ausblick unverändert bei etwa 56 % bleibt und bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 37 schon viel eingepreist ist. Den Sektor bremste das nicht: Gute Zahlen von Microchip Technology und die Ankündigung von SK Hynix, Milliarden in den Ausbau der Fertigung im Heimatland Korea zu investieren, trieben die Branche weiter an. Im DAX gehörte Infineon zu den Tagesgewinnern, bei den Ausrüstern legten Aixtron und Suss Microtec deutlich zu.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer wechselt auf „grün“. Anleger investieren in Aktien/ETFs.
- Die 16-Wochen-Strategie steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis steht auf „rot“. Anleger sind nicht investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
Viel Erfolg beim Investieren!












