Die Fed hat am Mittwoch den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben – die erste Zinserhöhung seit drei Jahren – und weitere Schritte in Aussicht gestellt. Am Freitagmorgen zog die Bank of Japan nach. Die Marktsegmente reagierten unterschiedlich darauf.
Markt-Update
Der Dow Jones verlor auf Wochensicht 1,7 % auf 51.682,64 Punkte und verbuchte damit seine schwächste Woche seit März. Der S&P 500 kam mit einem Minus von 0,1 % auf 7.650,50 Zähler glimpflich davon, während der technologielastige Nasdaq Composite sogar 0,7 % auf 26.522,55 Punkte zulegte. Der DAX schloss bei 25.304,06 Punkten und gab 1,0 % ab. Bis Donnerstag hatte er noch auf ein Wochenplus zugesteuert, verlor dann aber am großen Verfallstag 1,6 % und rutschte unter die Marke von 25.500 Punkten.
Der Zinsschritt der Fed selbst kam nicht überraschend, der Markt hatte ihn zu rund 90 % eingepreist. Für Unruhe sorgte vielmehr der Ausblick: Die Notenbank deutete an, dass noch in diesem Jahr mindestens eine weitere Erhöhung folgen könnte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Wochenverlauf über 5 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2007. Am Mittwoch reagierten die Aktienmärkte mit deutlichen Verlusten, am Donnerstag folgte eine kräftige Erholung, als sich die Renditen stabilisierten.
Auffällig ist, wer dabei gewonnen und wer verloren hat. Profitiert haben ausgerechnet die großen Technologiewerte und die Halbleiterbranche, die am Donnerstag rund 3 % zulegte. Unter Druck standen dagegen zinssensible Bereiche: der Nebenwerteindex Russell 2000, Industriewerte, Transportunternehmen und Konsumtitel – einige dieser Sektoren verlieren inzwischen die fünfte Woche in Folge. Anleger setzen offenbar gezielt auf Unternehmen mit stabilen Gewinnen und soliden Bilanzen, statt breit ins Risiko zu gehen.
Entlastung kam vom Ölmarkt. Bereits am Mittwoch gab der Brent-Preis deutlich nach, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass die angegriffene saudische Pipeline teilweise wieder in Betrieb gehen könnte. Am Donnerstag kam ein Medienbericht hinzu, wonach China den Iran zur Mäßigung gegenüber den Huthi-Rebellen gedrängt haben soll, die zuletzt mehrfach Öltanker angegriffen hatten. Das nahm etwas Druck von der Inflationsseite.
Die Bank of Japan erhöhte am Freitag ihren Leitzins ebenfalls um einen Viertelpunkt auf 1,25 % – der höchste Stand seit dreißig Jahren. Hintergrund sind die anziehende Inflation und der historisch schwache Yen, den Tokio und Washington zuletzt gemeinsam stützten. Damit straffen inzwischen praktisch alle großen Notenbanken gleichzeitig.
Für die kommende Woche bleibt die entscheidende Frage, wie weit dieser Zinszyklus reicht. Neben weiteren Äußerungen aus der Fed dürften vor allem der Ölpreis und die Lage im Nahen Osten den Takt vorgeben; Unternehmenszahlen stehen kaum an.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer steht auf „rot“. Anleger sind nicht am Aktienmarkt investiert.
- Die 16-Wochen-Strategie steht auf „grün“. Anleger sind in einen DAX-ETF investiert.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis steht auf „grün“. Anleger sind in einen Bitcoin-ETF investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
Viel Erfolg beim Investieren!












