Die EZB hat am Donnerstag zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen erhöht. Höchstwahrscheinlich wird die Fed am kommenden Mittwoch nachziehen. Damit reagieren sie auf den anhaltenden Inflationsdruck infolge des Iran-Kriegs. Das Trendbarometer wechselt auf „rot“.
Markt-Update
Alle großen Indizes verloren auf Wochensicht, auch wenn der Freitag noch eine kräftige Erholung brachte. Der DAX schloss bei 25.568,56 Punkten und gab damit 1,8 % ab; am Mittwoch war er auf den tiefsten Stand seit Juli gefallen und unter seine 50-Tage-Linie gerutscht. In den USA verlor der Dow Jones 1,6 % auf 52.573,29 Punkte, der S&P 500 0,8 % auf 7.656,98 Zähler und der Nasdaq Composite 0,7 % auf 26.333,04 Punkte. Vier Verlusttage in Folge – für den S&P 500 die längste Serie seit Anfang März – endeten erst am Freitag, als alle drei Indizes rund 1 % zulegten. Der VIX fiel entsprechend um über 11 % auf 15,84.
Der Auslöser für die Schwäche kam wie schon in den Vorwochen vom Ölmarkt, diesmal aber in verschärfter Form. Saudi-Arabien legte am Freitag seine wichtige Ost-West-Pipeline still, nachdem sie tags zuvor an zwei Stellen angegriffen worden war. Zuvor war der Ölpreis bereits kräftig gestiegen: Brent schloss am Donnerstag bei 107,63 Dollar, WTI bei 102,48 Dollar – für beide der höchste Schlusskurs seit Mai. Am Freitagmorgen näherte sich Brent der Marke von 110 Dollar, gab dann aber einen Teil der Gewinne ab, was die Erholung an den Aktienmärkten erst ermöglichte. Zur Einordnung: Seit Kriegsbeginn Ende Februar hat sich der amerikanische Ölpreis um mehr als die Hälfte verteuert, in den USA übersprang der Dieselpreis erstmals sechs Dollar pro Gallone.
Die EZB reagierte am Donnerstag mit einer Anhebung des Einlagenzinses um 0,25 Punkte auf 2,50 %. Die Entscheidung war erwartet worden, belastete den DAX aber dennoch. Die US-Inflationsdaten am Freitag fielen gemischt aus: Die Verbraucherpreise stiegen im August um 0,4 % gegenüber dem Vormonat und lagen damit wie erwartet 3,4 % über dem Vorjahr. Die Kernrate legte allerdings mit 0,3 % stärker zu als die erwarteten 0,2 %. Zusammen mit den bereits am Donnerstag veröffentlichten, ebenfalls höheren Erzeugerpreisen dürfte das den Befürwortern einer Zinserhöhung in der Fed den Rücken stärken.
Ein Lichtblick kam aus dem KI-Sektor: Oracle konnte seine Umsätze mit Cloud-Infrastruktur mehr als verdoppeln und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Die Aktie legte am Freitag rund 7 % zu und stützte die gesamte Technologiebranche – am Freitag schlossen alle elf Sektoren des S&P 500 im Plus, angeführt von Technologie.
Die kommende Woche wird eine Woche der Notenbanken: Am Mittwoch entscheidet die Fed, am Donnerstag die Bank of England, am Freitag die Bank of Japan, wo ebenfalls eine Zinserhöhung erwartet wird. Für Anleger bedeutet das: Eine Phase sinkender Zinsen, auf die viele noch im Frühjahr gesetzt hatten, ist vorerst vom Tisch.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer wechselt auf „rot“. Anleger verkaufen Aktien/ETFs.
- Die 16-Wochen-Strategie steht auf „grün“. Anleger sind in einen DAX-ETF investiert.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis steht auf „grün“. Anleger sind in einen Bitcoin-ETF investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
Viel Erfolg beim Investieren!












