Am Mittwoch verlor der Dow über 1.100 Punkte – der größte Tagesverlust seit April 2025. Am Donnerstag drehte der Markt und ausgerechnet die zuvor abgestraften Halbleiterwerte lieferten eine der stärksten Erholungen des Jahres. Unterdessen meldet die Bitcoin-Strategie wieder ein Verkaufssignal.
Markt-Update
Unter dem Strich schlossen vergangene Woche alle wichtigen Indizes im Plus: Der S&P 500 gewann auf Wochensicht rund 1 % auf 7.489,72 Punkte, der Nasdaq Composite 1,6 % auf 25.373,85 Zähler, der Dow Jones ebenfalls rund 1 % auf 52.485,03 Punkte. Noch stärker der DAX: 2,1 % Wochenplus auf 25.629,24 Punkte, zwischenzeitlich fehlten weniger als zehn Punkte zum Rekordhoch von 25.900 Zählern. Auf Monatssicht bleibt das Bild zweigeteilt – der Nasdaq verlor im Juli 3,2 %, der S&P 500 0,1 %, während Dow (+0,3 %) und DAX (+2,5 %) zulegten.
Wende bei den Chipwerten?
Der Philadelphia Semiconductor Index korrigierte im Juli deutlich und fiel am 17. Juli in den Bärenmarkt; seit seinem Rekordhoch vom 22. Juni war er zeitweise um rund 28 % gefallen. Am Donnerstag kam die Gegenbewegung mit Wucht: Der Halbleiter-ETF SOXX legte über 8 % zu, Micron sprang 18 %, AMD 13 %, der koreanische Speicherhersteller SK Hynix 17 %. Auch Lam Research und Applied Materials gewannen zweistellig.
Für die Erholung am Donnerstag kamen zwei Dinge zusammen. Zum einen hatte Microsoft am Vorabend Zahlen vorgelegt, bei denen die Cloud-Sparte so schnell wuchs wie seit vier Jahren nicht. Zum anderen wurde bekannt, dass der Hedgefonds Situational Awareness des 25-jährigen KI-Vordenkers Leopold Aschenbrenner sein gesamtes Aktienportfolio in einem einzigen Block an Ken Griffins Citadel verkaufen musste. Der Fonds war mit knapp vierfachem Hebel auf genau jene Werte gesetzt, die im Juli einbrachen – Micron, CoreWeave, SanDisk, SK Hynix. Anfang Juli noch 45 Milliarden Dollar schwer und im ersten Halbjahr 439 % im Plus, blieben nach den Nachschussforderungen der Banken rund 10 Milliarden übrig. Manche Beobachter sehen darin den entscheidenden Punkt: Ein Teil des Verkaufsdrucks der vergangenen Wochen dürfte erzwungene Liquidation gewesen sein und nicht fundamentale Neubewertung – mit dem Abschluss des Notverkaufs fiel dieser Überhang weg.
In den vergangenen Wochen gab es ein interessantes Phänomen: Der Markt bestrafte jede Erhöhung der Investitionsbudgets. Alphabet verlor in der Vorwoche 7 %, nachdem es mehr Ausgaben angekündigt hatte. Diese Woche differenzierte der Markt erstmals: Microsoft und Amazon konnten mit ihren Cloud-Zahlen zeigen, dass die Milliarden tatsächlich in wachsende Umsätze umschlagen. Die Amazon-Aktie sprang am Freitag über 15 %, obwohl der Konzern seine Investitionen für 2026 gleichzeitig auf 220 Milliarden US-Dollar anhob. Meta dagegen verlor am Donnerstag 8 % – bei schwachem Umsatzausblick und einem um 91 % eingebrochenen freien Cashflow. Entscheidend ist für die Anleger also nicht allein die Höhe der Ausgaben, sondern ob sie sich in Umsatz übersetzen – so wie es eigentlich auch sein soll. Für weitere Bewegung könnte in der kommenden Woche AMD sorgen: Der Chiphersteller legt am Dienstag seine Zahlen vor.
Risiken kommen aber vom Anleihemarkt: Die Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 5,25 % und damit auf den höchsten Stand seit 2007, die zehnjährige auf 4,73 % – so hoch wie seit Januar 2025 nicht mehr. Hintergrund sind Zweifel, ob der neue Fed-Chef Warsh die Inflation entschlossen genug bekämpft, zumal die Notenbank ohne klaren Ausblick auf weitere Schritte agiert. Dazu kommt der wieder steigende Ölpreis, nachdem der Verkehr durch die Straße von Hormus erneut ins Stocken geraten ist.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer steht auf „rot“. Anleger sind nicht investiert.
- Die 16-Wochen-Strategie steht auf „rot“. Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis wechselt auf „rot“. Anleger verkaufen ihr Bitcoin-Investment.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
Viel Erfolg beim Investieren!












