Nach Wochen der Rekordjagd hat die Wall Street in der zurückliegenden Woche erstmals wieder spürbar Schwäche gezeigt – und die Frage nach einer möglichen Korrektur rückt damit in den Vordergrund. Dennoch meldet die 16-Wochen-Strategie auf den DAX ein Kaufsignal.
Markt-Update
Die Woche verlief zweigeteilt: Bis Donnerstag setzten die US-Indizes ihre Rekordjagd fort – der Dow Jones übersprang erstmals die Marke von 50.000 Punkten, der S&P 500 schloss erstmals über 7.500 Zählern. Am Freitag folgte dann ein deutlicher Rücksetzer. Unter dem Strich blieb der S&P 500 mit einem Schlussstand von 7.408,50 Punkten auf Wochensicht nahezu unverändert (+0,1 %), der Nasdaq 100 gab leicht nach und schloss bei 29.125,20 Punkten (–0,4 %). Der DAX verlor klar und beendete die Woche bei 23.950,57 Punkten – ein Minus von rund 1,6 %, womit er sowohl unter die psychologisch wichtige 24.000er-Marke als auch knapp unter die 200-Tage-Linie rutschte. (Unsere 200-Tage-Strategie bleibt aber aufgrund des 2 %-Schwellenwertes noch investiert!)
Auslöser für die Freitagsschwäche waren ein Bündel von Belastungsfaktoren: enttäuschend wenig Konkretes vom Treffen zwischen Trump und Xi Jinping in Peking, steigende Ölpreise (Brent wieder über 109 USD) sowie ein Sprung der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf rund 4,6 % – den höchsten Stand seit Monaten. Vor allem aber kam es zu kräftigen Gewinnmitnahmen im zuvor euphorisch gelaufenen KI- und Halbleitersegment: Intel verlor am Freitag über 6 %, Nvidia rund 4 %, AMD und Micron jeweils etwa 6 %. Der Neuzugang Cerebras, der bei seinem Börsendebüt am Donnerstag noch 68 % gewonnen hatte, gab 10 % ab. Der VIX sprang auf 18,4 Punkte.
Mit Blick auf eine mögliche Korrektur verdichten sich die Warnsignale: Der Buffett-Indikator (Marktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP) liegt je nach Berechnung zwischen rund 213 % und 227 % und damit weit über dem Niveau, das Warren Buffett einst als „mit dem Feuer spielen“ bezeichnet hat. Das Shiller-KGV notiert nahe 40 – ein Wert, der historisch nur kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase übertroffen wurde. Hinzu kommt die extreme Marktkonzentration: Eine Handvoll Tech-Schwergewichte trägt den Großteil der diesjährigen Gewinne, und genau diese Titel reagieren bei steigenden Zinsen und Risikoscheu besonders empfindlich. Der Freitag lieferte einen Vorgeschmack darauf, wie schnell es in diesem Umfeld nach unten gehen kann. Eine Korrektur ist damit keineswegs ausgemacht – starke Unternehmensgewinne und ein weiter solides Wirtschaftswachstum sprechen gegen einen Crash –, aber das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich nach der jüngsten Rally erkennbar verschlechtert.
Der DAX leidet zusätzlich unter hausgemachten Problemen: Der weiter ungelöste Iran-Konflikt, die hohen Energiepreise und schwache Frühindikatoren belasten die Eurozonen-Konjunkturperspektive. Nach der Feiertagsrally rund um Christi Himmelfahrt setzte zum Wochenschluss eine spürbare „Katerstimmung“ ein.
Bemerkenswert für die kommende Woche: Im Mittelpunkt steht der Quartalsbericht von Nvidia am Mittwoch (20. Mai) – angesichts der angeschlagenen Stimmung im KI-Sektor dürfte er zum entscheidenden Stimmungstest für den Gesamtmarkt werden. Zudem stehen mit den Einkaufsmanagerindizes (Donnerstag) wichtige Konjunkturdaten an; das deutsche ifo-Geschäftsklima folgt dann zu Beginn der Folgewoche.
Aktueller Stand: Aktive Wochen-Strategien
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den DAX steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den DAX.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den S&P 500 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den S&P 500.
- Die 200-Tage-Strategie (40-Wochen-Strategie) auf den Nasdaq 100 steht auf „grün“. Anleger halten einen ETF auf den Nasdaq 100.
- Das Investodoc-Trendbarometer steht auf „grün“. Anleger sind in in Aktien/ETFs investiert.
- Die 16-Wochen-Strategie wechselt auf „grün“. Anleger kaufen einen Dax-ETF.
- Die Bitcoin-Trendfolge-Strategie auf Wochenbasis steht auf „grün“. Anleger halten einen Bitcoin-ETN.
- Der Gebert-Indikator auf Monatsbasis steht auf „rot“ – Anleger sind in Staatsanleihen investiert.
- Der Gebert-Indikator auf Wochenbasis steht laut Solactive Factsheet weiterhin auf „grün“ (dieses Signal berechnen wir nicht selbst; von der Monatsdaten lässt sich darauf schließen, dass auch der Wochengebert aussteigt; das ist weiterhin nicht durch die offiziellen PDFs verifiziert; diese werden mit max. einer Woche Verzögerung aktualisiert).
Viel Erfolg beim Investieren!












